Typ SC - Servogetriebe (Präzisionsgetriebe)

Merkmale

  • Übersetzungen: i = 5:1 bis 26:1 (i>26 auf Anfrage)
  • Maximales Beschleunigungsmoment am Abtrieb 1100 Nm
  • 5 Getriebegrößen Achsabstand 040 bis 100 mm
  • Minimiertes Verdrehflankenspiel (optional)
  • Gehäuse aus Grauguss
  • Schneckengetriebe passend zum Anbau von Servomotoren
  • kraftschlüssige Verbindung zwischen Motor und Getriebe
Bauarten
Getriebeseiten
Bestellbezeichnung

Im Beispiel dargestellt ist die Bauart BO

Die Bestellbezeichnung spiegelt die Kundenangaben wieder. Alle Abbildungen und Tabellen finden Sie im Produktkatalog (PDF).
Beispiel:

SC 050 5:1 B0- 1. 1- 600 /0000
Typ Größe Übersetzung Bauart Befestigungsseite Einbaulage Drehzahl n2 Ausführung
 Beschrei-bung Baugröße Tabelle 0‑1 Tabelle 0‑1 Abbildung 0‑1 Seite an der befestigt wird;

Getriebegröße Bestelloptionen Befestigungs-Gewindebohrungen sind in den Gehäuseflächen an der Getriebeseite Befestigungs-Gewindebohrungen sind in den Flanschen an der Getriebeseite
040-100 1 1 5,6
040-100 2 1,2 5,6
040-100 3 1,3 5,6
040-100 4 1,4 5,6
040-100 5 1,5 5,6
040-100 6 1,6 5, 6

Tabelle 11.5.4‑1;

Nach unten zeigende Seite Abbildung 4.3.1‑1 Getriebeseiten Langsam laufende Welle Tabelle 0‑1 / Wird durch ATEK festgelegt
V080- / 14 x 30 Nr.301 KN
Flansch Ø Motorwelle x Länge Flanschnr. Kapitel Kupplung

Allgemeiner Aufbau

Die SC AdServo- Getriebe basieren auf den bewährten Schneckengetrieben der Getriebebaureihe Typ S. Bei Schneckengetrieben kreuzen sich die beiden Wellen in einem definierten Abstand (A).
Dieser Achsabstand spiegelt sich in der Angabe der Getriebebaugröße wieder.
(Beispiel S 100 – Achsabstand 100 mm)

Verzahnung

Ein Radsatz besteht aus Schneckenwelle und Schneckenrad.

Die Schneckenwelle aus Einsatzstahl ist gehärtet, die Verzahnung geschliffen.
Das Schneckenrad besteht aus einer hochwertigen Bronzelegierung die Verzahnung ist gefräst.

Bauarten

Durch das Baukastensystem sind verschieden Getriebebauarten konfigurierbar.
Die Varianten unterscheiden sich in der Art der Wellen, deren Drehrichtung und der Lagerung.

Befestigungs- Gewindebohrungen

Alle Seiten der Getriebe sind bearbeitet.
Die Gehäusefläche an der Seite 1 und die Flanschflächen an Seite 5 und 6 können als Befestigungsflächen benutzt werden.
Alle Flansche haben immer Befestigungs-Gewindebohrungen.

Folgende Bestelloptionen stehen Ihnen zur Verfügung:

Getriebegröße Bestelloptionen Befestigungs-Gewindebohrungen sind in den Gehäuseflächen an der Getriebeseite Befestigungs-Gewindebohrungen sind in den Flanschen an der Getriebeseite
040-100 1 1 5,6
040-100 2 1,2 5,6
040-100 3 1,3 5,6
040-100 4 1,4 5,6
040-100 5 1,5 5,6
040-100 6 1,6 5, 6

Andere Befestigungsoptionen bitte anfragen.
Die Standardausführung der Befestigung trägt die Bestellbezeichnung 9.
Beispiel Bestellbezeichnung : HC 090 12:1 D0 9.1

Einbaulage

Die Einbaulage wird durch die im Betrieb nach unten zeigende Getriebeseite angegeben und mit der entsprechenden Ziffer bezeichnet.
Im folgenden Bestellbeispiel mit der 2. Bestellbeispiel: SC 050 5:1 B0 -1.2-600/0000
Die Getriebe können grundsätzlich in allen Einbaulagen eingesetzt werden.
Die technisch günstigste, und damit empfohlene Einbaulage ist die Einbaulage 1 bei der die Schneckenwelle waagerecht unten liegt.

Für eine optimale technische Ausführung der Getriebe bitten wir immer um die Angabe der Einbaulage.
Die in den Auswahltabellen angegebenen Leistungen und Drehmomente gelten nur, wenn die Getriebe in den Einbaulagen 1, 5 oder 6 eingesetzt werden.
Bei senkrechter oder obenliegender Schneckenwelle (Einbaulagen 3, 4 oder 2) müssen die Werte um 10 % reduziert werden.

Wellenbezeichnung – Zuordnung zu den Getriebeseiten

Die Schneckenwelle ist die schnell-laufende Welle.

Sie hat die Drehzahl n1 und wird mit N1 bezeichnet.

Die langsam-laufende Welle hat die Drehzahl n2 und wird mit N2 bezeichnet.
Auf ihr befindet sich das Schneckenrad.

Die Getriebeseiten werden mit den Ziffern 1 bis 6 bezeichnet.

Die Zuordnung zu den Getriebeseiten entnehmen Sie der folgenden Abbildung und der Abbildung 4.2.1-1; Getriebeseiten.

templ_typ_sc_getriebeseiten_02_x2

templ_typ_sc_getriebeseiten_03_x2

Drehrichtung und Übersetzungsverhältnis

Die Schneckengetriebe werden standardmäßig mit rechtssteigenden Schneckenradsätzen geliefert.
Dadurch ergeben sich die Drehrichtungen gemäß Abbildung 11.5.6-1.
In Sonderausführung ist auch die Lieferung mit linkssteigender Verzahnung möglich.
Bitte anfragen.
Die möglichen Übersetzungsverhältnisseentnehmen sie den Leistungstabellen.
Bei der Auslegung ist grundsätzlich das tatsächliche Übersetzungsverhältnis Iist zu berücksichtigen.
Dies weicht teilweise vom Nennübersetzungsverhältnis i ab.

Wirkungsgrad

Der erreichbare Wirkungsgrad ist abhängig von Drehzahl, Drehmoment, Einbaulage, Abdichtung und Schmierstoffart.

ANLAUFWIRKUNGSGRAD

In der Anlaufphase und im betriebskalten Zustand des Schneckengetriebes ist der Wirkungsgrad stets geringer, da sich der Schmierfilm erst mit der eintretenden Gleitbewegung bildet.
Es wird daher ein größeres Drehmoment benötigt.
Die nachstehend genannten Anlaufwirkungsgrade sind Richtwerte, und sind gültig für eingelaufene Getriebe.
Bei der Auslegung sind diese Anlaufwirkungsgrade zu berücksichtigen.

BETRIEBSWIRKUNGSGRAD

Bei Schneckengetrieben im Anlieferungszustand sind die Zahnflanken noch nicht vollständig geglättet.
Dieser Einfluss wird mit großen Übersetzungsverhältnissen noch verstärkt.
Daher sollte man die Getriebe vor dem Lastbetrieb möglichst mit ca. 50 % der Nenndaten einlaufen lassen.
Die in den Leistungstabellen angegebenen Wirkungsgrade beziehen sich auf die zulässigen Nenndaten und sind Richt-werte für eingelaufene und betriebswarme Getriebe mit Standardabdichtung.

Schmierung

In Abhängigkeit von Getriebegröße, Einbaulage, Drehzahl und Einschaltdauer ergeben sich unterschiedliche Bedingungen für die Schmierung der Verzahnung und der Wälzlager.
Um diese optimal sicherzustellen, kommen unterschiedliche Ölmengen und –Viskositäten zum Einsatz.
Diese werden durch Atek auf der Grundlage Ihrer Bestellangaben (Drehzahl, Einschaltdauer und Umgebungstemperatur) festgelegt.
Sie spiegeln sich im Schlüssel der in der Typbezeichnung wieder.

Beispiel: SC 125 10:1 C0 -9.1- 200/A1
/A1 bedeutet:

Abkürzung Erläuterung Bezug
A Ölviskosität 460 Tabelle 10‑16
1 mit Entlüftung Tabelle 10‑17

Die ATEK Schneckengetriebe werden werksseitig mit synthetischen Polyglykol-Öl befüllt und sind in der Regel wartungsfrei.
Ölviskosität und Entlüftungsoption in Abhängigkeit von der Drehzahl
Betriebsart Zyklusbetrieb S1

templ_abb_schmierung_02_x2

Die Bedeutung der Abkürzung A bis E und 0, 1  entnehmen Sie den folgenden Tabellen.
Tabelle der Ölviskosität

Buchstabe Viskosität
A 460
B 220
C n.v.
D Einspritzschmierung
F Fließfett

Bei hohen Drehzahlen und großen Getrieben ist u. U. eine Einspritzschmierung erforderlich.
Bei sehr kleinen Drehzahlen ist auch eine Schmierung mit Fließfett möglich.
Bei Betriebstemperaturen über 50°C entsteht im Getriebe durch Luftausdehnung ein hoher Druck.
Es muss dann für einen permanenten Druckausgleich gesorgt werden.
Zu diesem Zweck ist der Einsatz eines Entlüftungsfilters vorgeschrieben.

Ziffer Entlüftungsfilter
0 Nein
1 Ja

Entlüftungsfilter

Wenn eine Entlüftung erforderlich ist, werden die Getriebe mit einem Entlüftungsfilter geliefert.
Die Entlüftungsbohrungen sind für den Transport mit Verschlussschrauben versehen.
Der Entlüftungsfilter ist lose beigelegt und muss vor Inbetriebnahme an der vorgesehenen Position montiert werden.
Eventuell kann ein Rohrbogen erforderlich sein.
Die Position ist in den Auftragsunterlagen angegeben.
Die Lage des Filters entnehmen Sie bitte der untenstehenden Tabelle.
Dabei bedeutet z.B.: E4 = Entlüftung an Seite 4.

abb_einbaulage_x2

 

Spielarme Ausführung

Für einen optimalen Lauf wird im Radsatz die Zahnlücke größer als der Zahn gefertigt.
Bei einem Drehrichtungswechsel ergibt sich so ein Drehwinkel bis es zum Kontakt der gegenläufigen Zahnflanken kommt.
Diesen Drehwinkel nennt man Verdreh-Flankenspiel.

VERDREH-FLANKENSPIEL, MESSMETHODE

Das Verdreh-Flankenspiel wird bei festgesetzter Antriebswelle (N1) gemessen.
An der Abtriebswelle (N2) werden in beiden Drehrichtungen ca. 2 % des Nennmoments aufgebracht.
Zwischen den beiden Endlagen ergibt sich ein Zahnspiel, welches als Drehwinkel messbar ist und in Winkelminuten [arcmin] angegeben wird.

 

VERDREH-FLANKENSPIEL, AUSFÜHRUNG

Alle ATEK-Schneckengetriebe können in spielarmer Ausführung geliefert werden.
Folgende Werte sind bei den verschiedenen Getriebegrößen mit Normalradsätzen einstellbar:

Bestelloption Radsatz 040 – 125
/0000 Standard <=30 arcmin
/S2 Standard <=10 arcmin
/S1 Standard <=6 arcmin
/S0 Sonderradsatz <=3-6 arcmin

Abkürzungen: a.A.
– auf Anfrage

Verbindung Kupplung zur Antriebswelle

Zur Übertragung des Drehmomentes befindet sich auf der Antriebswelle eine, spielfreie Kupplung.

Kupplung

Zwei kongruente Kupplungshälften werden mit einem Zahnkranz aus Kunststoff formschlüssig unter Vorspannung verbunden.
Bei extremen Spitzenspannungen und stoßartigen Belastungen (Notaus) wird durch eine geringe Verformung im elastischen Bereich eine Dämpfung erreicht.
Die Kupplung ist axial steckbar und gleicht Winkelfehler, sowie Fluchtungsfehler in radialer und axialer Richtung aus.
Ein nachträglicher Wechsel auf einen anderen Motor ist einfach möglich.
Die motorseitige Kupplungsnabe gibt es in den Ausführungen:

Für Motorwellen ohne Passfeder Klemmnabe KN
Für Motorwellen mit Passfeder Klemmnabe mit Nut KNN
Für Motorwellen ohne Passfeder Spannringnabe SN

Je nach Ausführung KN oder KNN/SN sind unterschiedliche Drehmomente übertragbar.

AUSLEGUNG DER KUPPLUNG

Aufgrund der dynamischen Charakteristik der Servomotoren ist bei der Auslegung der Servo-Getriebe das zulässige Beschleunigungsmoment und das Notausmoment zu berücksichtigen.
Anhand der untenstehende Tabelle kann die Auswahl der richtigen Kupplungsnabe aufgrund der maximal zulässigen Momente an der Motorwelle; Beschleunigungsmomente (T1B) und Notausmomente (T1 Not)
vorgenommen werden.

Kupplung Motorwellendurchmesser [mm]
Größe Nabe Zul. Kupplungsmomente

[Nm]

9 11 14 16 19 24 28 32 38 42 45
K14 KN T1B 5,3 5,6 6,1 6,5
T1 NOT 7 9 13 15
KNN/SN T1B 10 10 10 10
T1 NOT 22 25 25 25
K 19 KN T1B 17 17 17 17 17 17
T1 NOT 30 30 32 32 34 34
KNN/SN T1B 17 17 17 17
T1 NOT 30 32 34 34
K 24 KN T1B 35 36 39 39 43 46
T1 NOT 45 45 50 60 65 70
KNN/SN T1B 48 48 48 48 48 48
T1 NOT 80 100 120 120 120
K 28 KN T1B 80 81 85 91 97 102 109
T1 NOT 80 100 130 140 148 156 167
KNN/SN T1B 128 128 128 128 128 128
T1 NOT 140 240 240 240 240 240
K 38 KN T1B 94 98 104 109 113 122 126 130
T1 NOT 120 125 130 136 142 152 158 164
KNN/SN T1B 260 260 260 260 260 260
T1 NOT 500 500 500 500 500 500

Motoranbau

Der Servomotor wird am Motorflansch des Getriebes an Seite 3 angeschraubt.
Die Flanschnummer des Motorflansches der jeweiligen Getriebegröße wird in Tabelle 11.5.14-1 ermittelt.

MOTORFLANSCH

ZK:     Durchmesser Zentrier-Kreis
LK:     Durchmesser Loch-Kreise
L:      Länge der Motorwelle
d:      Durchmesser Motorwelle
i:      Zentrierhöhe
s:      Gewinde

templ_typ_sc_motoranbau_01_x2

Die Werte für die Zentrierhöhe (i) und die Gewindegrößen (s) befinden sich auf den jeweiligen Getriebeseiten.

Die Werte zur Zentrierhöhe (i) und Gewindegrößen (s) befinden sich auf den jeweiligen Getriebeseiten.
Anschlussmaße des Servomotors – Getriebegröße/Flansch Nr.(Auswahl)

Typenübersicht