Kegelradgetriebe

Ein Kegelradgetriebe ermöglicht wahlweise die Übersetzung ins Langsame oder Schnelle. Die Achsen kreuzen sich im Getriebe unter einem Winkel von 90°. In der Getriebebaugröße spiegelt sich die Kantenlänge des Gehäuses wieder (Beispiel V 120 – Gehäusekantenlänge 120 mm).

Leistungstarke Kraftwandler

Kegelradgetriebe sind hochpräzise und leistungsstarke Drehmomentwandler. Diese Hochleistungsgetriebe sind den hohen Anforderungen unserer Zeit in jeglicher Hinsicht gewachsen. Sie sind kompakt und unempfindlich gegen Stöße. Nicht ohne Grund werden sie unter Anderem weltweit in allen Industriezweigen des Maschinen- und Anlagenbaus eingesetzt. Kegelradgetriebe sind umgangssprachlich auch bekannt als Kegelzahnrad, Kegelradachsgetriebe, Zahnrad oder Untersetzungs- sowie Übersetzungsgetriebe.

Produkteigenschaften

  • Robust, leistungsstark, kompakt
  • Gehäuse aus Grauguss oder Stahl
  • Spiralverzahnte Radsätze
  • Wartungsfrei

Applikationsbeispiele

  • Automatisierung
  • Verteilergetriebe
  • Verpackungsmaschinen
  • Liniartechnik
  • Maschinen- und Anlagenbau

Verzahnung

ATEK Kegelradgetriebe haben Radsätze mit hochwertiger Spiralverzahnung aus gehärtetem Einsatzstahl.
Ein Radsatz besteht aus einem Kegelritzel (kleine Zähnezahl / kleiner Durchmesser) und einem Kegelrad (große Zähnezahl / großer Durchmesser).
Radsätze mit Spiralverzahnung bieten den Vorteil sehr günstiger Eingriffsverhältnisse (hoher Überdeckungsgrad).
Sie sind dadurch prädestiniert für den Einsatz bei hohen Belastungen, gepaart mit optimaler Laufruhe und großer Übertragungsgenauigkeit.

Bauarten

Durch das Baukastensystem sind verschieden Getriebebauarten konfigurierbar.
Die Bauarten unterscheiden sich in

Bauart Anzahl Radsätze Zusätzliche Räder
 A0 bis E0  1 Radsatz
 F0 bis K0  1 Radsatz  + 1 Kegelritzel oder Kegelrad
 Abzweiggetriebe  1 Radsatz  + 2-3 Kegelritzel / -Räder

Die Bauarten unterscheiden sich in Art und Anzahl der Wellen, deren Drehrichtung und Lagerung.

Beispiel Bestellbezeichnung: V 090 1:1 A0 – 1.1 -1000 /0000

Befestigungs-Gewindebohrungen

Alle 6 Seiten der Getriebe sind bearbeitet und können als Befestigungsflächen benutzt werden.
Alle Flansche haben immer Befestigungs-Gewindebohrungen.
Folgende Bestelloptionen stehen Ihnen zur Verfügung.

Bestelloptionen Befestigungs-Gewindebohrungen sind in den Gehäuseflächen an der Getriebeseite Befestigungs-Gewindebohrungen sind in den Flanschen an der Getriebeseite
0 3, 5, 6
1, 2, 3, 4, 5, 6 1, 2, 4 3, 5, 6
9 1, 2, 4 3, 5, 6

Die Standardausführung trägt die Bestellbezeichnung 9.
Beispiel Bestellbezeichnung für die Befestigungsoption 9: V 090 1:1 A0 – 9.1 -1000 /0000
Andere Befestigungsoptionen müssen angefragt werden.

Einbaulage

Die Einbaulage wird durch die im Betrieb nach unten zeigende Getriebeseite angegeben und mit der zugehörigen Ziffer bezeichnet.

Die Getriebe können in allen Einbaulagen eingesetzt werden.
Die technisch günstigste und damit empfohlene Einbaulage ist die, in der die Wellen waagerecht liegen.
Das sind die Einbaulagen 1 und 2.
Wenn der Winkel der nach unten zeigenden Getriebeseite mehr als 15° von der waagerechten Lage abweicht, bitten wir um Rücksprache.
Für eine optimale technische Ausführung der Getriebe bitten wir grundsätzlich um die Angabe der Einbaulage.
Beispiel Bestellbezeichnung Einbaulage 2: V 090 1:1 A0 – 1.2 -1000 /0000

Wellenbezeichnung – Zuordnung zu den Getriebeseiten

keine Angabe

Vorzugsdrehrichtung

Wählt man die Drehrichtung im Uhrzeigersinn (UZ) (Blickrichtung vom Wellenspiegel der schnell-laufenden Welle zur Getriebemitte), so entsteht ein um 1 - 2 dB(A) geringerer Geräuschpegel.

Wirkungsgrad

Der erreichbare Wirkungsgrad ist abhängig von Drehzahl, Drehmoment, Einbaulage, Abdichtung und Schmierstoffart.
Bei Getrieben mit nur einem Radsatz sind bis zu 97 % Wirkungsgrad erreichbar.
Bei Getrieben mit mehreren Zahneingriffen sind bis zu 94 % Wirkungsgrad zu erreichen.Die in den Tabellen angegebenen Wirkungsgrade beziehen sich auf die zulässige Nennbelastung und sind Richtwerte für eingelaufene und betriebswarme Getriebe mit Standardabdichtung.

Schmierung

Bei den Kegelradgetrieben ergeben sich in Abhängigkeit von Getriebegröße, Drehzahl, Einschaltdauer, Temperatur und Einsatzart unterschiedliche Bedingungen für die Schmierung.
Die entscheidende Größe ist die Umfangsgeschwindigkeit des Kegelrades.
In Abhängigkeit von dieser kommen unterschiedliche Ölmengen und -Viskositäten zum Einsatz.

Diese werden durch Atek auf der Grundlage Ihrer Bestellangaben (Drehzahl, Einschaltdauer und Umgebungstemperatur) festgelegt.

Sie spiegeln sich in der Typbezeichnung wieder.
Die Aufschlüsselung finden Sie im Beispiel: V 090 1:1 C0 – 1.1 -1000 /B0
Dabei bedeutet /B0:

Abkürzung Erläuterung Bezug
Buchstabe B Ölviskosität 220 Tabelle 6.2.8‑1
Ziffer 0 keine Entlüftung Tabelle 6.2.8‑2

Abbildung der Betriebsart S5 am ATEK Beispiel V 090 1:1 C0 – 1.1 -1000 /B0

Abbildung der Betriebsart S1 am ATEK Beispiel V 090 1:1 C0 – 1.1 -1000 /B0

Abkürzungen siehe folgende Tabellen

Tabelle der Ölviskosität

Buchstabe Viskosität
A 460
B 220
C 68
D Einspritzschmierung
E Fließfett

Abhängig von der Getriebegröße, ist bei hohen Drehzahlen gegebenenfalls eine Einspritzschmierung erforderlich.
Bei sehr kleinen Drehzahlen ist auch eine Schmierung mit Fließfett möglich.

Ziffer Entlüftungsfilter
0 Nein
1 Ja

Entlüftungsfilter

Wenn eine Entlüftung erforderlich ist (B1 oder C1), werden die Getriebe mit einem Entlüftungsfilter geliefert.
Die Entlüftungsbohrungen sind für den Transport mit Verschlussschrauben versehen.
Der Entlüftungsfilter ist lose beigelegt und muss vor Inbetriebnahme an der vorgesehenen Position montiert werden.
Eventuell kann ein Rohrbogen erforderlich sein.
Bitte beachten Sie die Betriebsanweisung!

Die Position des Filters ist in den Auftragsunterlagen angegeben.
Die Lage des Filters entnehmen Sie bitte der folgenden Tabelle.

Dabei bedeutet z.B.: /B1-E4 = Ölviskosität 220; Entlüftungsfilter an Seite 4.

Einbaulage

Abbildung zur Ermittlung der Lage des Entlüftungsfilters von ATEK.

 

Spielarme Ausführung

Für einen optimalen Lauf wird im Radsatz die Zahnlücke größer als der Zahn gefertigt.
Bei einem Drehrichtungswechsel ergibt sich so ein Drehwinkel bis es zum Kontakt der gegenläufigen Zahnflanken kommt.
Diesen Drehwinkel nennt man Verdreh-Flankenspiel.

Verdreh-Flankenspiel, Messmethode

Das Verdreh-Flankenspiel wird bei festgesetzter Welle N1 gemessen.
An der Welle N2 werden in beiden Drehrichtungen ca. 2 % des Nennmoments aufgebracht.
Zwischen den beiden Endlagen ergibt sich ein Zahnspiel, welches als Drehwinkel messbar ist und in Winkelminuten [arcmin] angegeben wird.

Verdreh-Flankenspiel, Ausführung

Alle ATEK-Kegelradgetriebe können in spielarmer Ausführung geliefert werden.
(a.A.- auf Anfrage)

Bestelloption Radsatz 01:02,2 3:1, 4:1, 5:1, 6:1
/0000 Standard <=30 arcmin <=30 arcmin
/S2 Standard <=10 arcmin <=10 arcmin
/S1 Standard <=6 arcmin a.A.
/S0 Sonderradsatz <=4 arcmin a.A.

Abkürzungen: a.A.
– auf Anfrage