Getriebemotoren

Für den Anbau von IEC Normmotoren wurden die Antriebswellen dahingehend modifiziert, dass der Wellenzapfen des Motors direkt in die Bohrung der Getriebeantriebswelle eingesteckt werden kann.
Sie werden in der Produktpalette als Typen VLM und SLM geführt.

Grundlage bilden die bewährten Baureihen der ATEK Kegelrad- und Schneckengetriebe.
Die Kombination aus einer großen Anzahl von Motorflanschen und des steckbaren Motorwellenzapfens ermöglicht die Adaption an eine Vielzahl von IEC-Motoren.

Präzise Drehstrommotoren

Getriebemotoren sind hochpräzise und leistungsstarke Drehstrommotoren. Diese Elektrogetriebe sind den hohen Anforderungen unserer Zeit in jeglicher Hinsicht gewachsen. Nicht ohne Grund werden sie unter Anderem weltweit in allenRecyclings – und Aufbereitungsanlagen eingesetzt. Getriebemotoren sind umgangssprachlich auch bekannt als Elektromotor mit Getriebe und Gleichstrommotoren.

Produkteigenschaften

  • Typ VLM - Typ VL mit Motor / Typ SLM - Typ SL mit Motor
  • Nenn-Übersetzungen: i = 1:1 bis 6:1 (VLM) / i = 5:1 bis 83:1 (SLM)
  • Maximales Abtriebsmoment 2310 Nm (VLM) / 13.720 Nm (SLM)
  • Leistungen von 0,12 bis 30 kW (VLM) / 0,18 bis 35 kW (SLM)
  • IEC-Normmotor

Applikationsbeispiele

  • Drehstrommotoren
  • Schneckengetriebemotoren
  • Kegelradgetriebemotoren
  • Logistiksysteme
  • Recycling-/Aufbereitungsanlagen

Motoren

ATEK-Getriebemotoren gibt es für Leistungen von 0,12 bis 30 kW.
Die Kegelradgetriebemotoren werden mit Abtriebsdrehzahlen von 3000 bis 140 Umdrehungen, die Schneckengetriebemotoren von 590 bis 8 Umdrehungen geliefert.
Polumschaltbare Motoren, Bremsmotoren, explosionsgeschützte und druckfest gekapselte Motoren sind ebenfalls lieferbar.
Typ DS: Drehstrom-Asynchronmotor mit Käfigläufer
Typ DP: – polumschaltbar
Typ DE: – explosionsgeschützt
Typ WS: Einphasen-Wechselstrommotor
Die Motoren entsprechen den einschlägigen Normen und Vorschriften und der von den EG-Mitgliedsstaaten angewandten Standardisierung.

Alle Motoren werden serienmäßig geliefert mit:

Isolationsklasse „F“
Schutzart IP 55
Betriebsart S1
Bauform B5 oder B14 DIN 42 950
Normalspannung 230/400 V, 50 Hz 230/400 V, 60 Hz
In der jeweils gültigen Effizienzklasse

Lagerschmierung

Die Wälzlager der Motoren haben eine Fettdauerschmierung und sind unter normalen Betriebsbedingungen
12.000 bis 20.000 Betriebsstunden wartungsfrei.

Spannung und Frequenz:

Für 50 Hz gewickelte Motoren können auch an 60 Hz-Netze angeschlossen werden.
Die dadurch eintretenden Drehzahl-, Leistungs- und Momentänderungen sind aus der Tabelle ersichtlich.
Umrechnungsfaktoren für die Motorleistungsdaten

Motorwicklung für 50 Hz bei: Anschluss an 60 Hz Netz bei: Nenn drehzahl Nenn leistung Nenn moment Nenn strom Anzugs moment
230 V 230 V 1,20 1,00 0,83 1,00 0,69
400 V 400 V 1,20 1,00 0,83 1,00 0,69
460 V 460 V 1,20 1,00 0,83 1,00 0,69
500 V 500 V 1,20 1,00 0,83 1,00 0,69
230 V 265 V 1,20 1,15 0,96 1,00 0,92
400 V 460 V 1,20 1,15 0,96 1,00 0,92

Motorschutz

Bei den polumschaltbaren Motoren ist darauf zu achten, dass die Wicklungen bei allen Drehzahlen geschützt werden. Gegebenenfalls sind Spezialschalter erforderlich.

Schutzschalter

Bei stromabhängigem Motorschutz muss der Schutzschalter auf den am Leistungsschild angegebenen Nennstrom eingestellt werden. Bei höherer Schalthäufigkeit, Schwankungen der Kühltemperatur oder Drehzahlregelung mit Frequenzumformern ist der Motorschutz unzureichend.

Kaltleitervollschutz

Bei Kaltleitervollschutz werden 3 Stück Temperaturfühler in die Motorwicklung einbandagiert. Die Fühler sind temperaturabhängige Widerstände, welche bei einer bestimmten Ansprechtemperatur fast sprunghaft den Widerstand verändern. In Verbindung mit einem Auslösegerät wird diese Wirkung zum Überwachen der Motortemperatur ausgenutzt.

Schaltung

Direkte Einschaltung

Das Anzugsmoment beträgt in direkter Einschaltung je nach Leistung und Polzahl 150 – 300 % des Nennmomentes. Die Einschaltströme betragen das ca. 4- bis 6fache des Nennstromes. Wegen des hohen Anlaufstromes
ist auf die jeweiligen Bestimmungen des zuständigen Elektrizitäts-Versorgungs-Unternehmen (EVU) zu achten.

Stern-Dreieck-Einschaltung

Der Anzugsstrom und das Anzugsmoment betragen etwa 1/3 der Werte, die bei direkter Einschaltung angegeben sind. Der Motor muss vor dem Umschalten ungefähr die Nenndrehzahl erreicht haben.

Bremsmotoren

ATEK-Getriebemotoren bis Motorbaugröße 160 werden auch als Getriebebremsmotoren geliefert. Die eingebaute Einscheiben-Federkraftbremse ist eine Sicherheitsbremse, die durch Federkraft bei abgeschalteter Spannung bremst. Die Gleichstrom-Bremsspule wird über einen im Motor eingebauten Gleichrichter gespeist. Nach Einschalten des Erregerstroms baut sich das Magnetfeld auf und die Bremse wird gelüftet. Im Neuzustand ist der Luftspalt zwischen Bremsmagnet und Bremsscheibe auf 0,2 mm eingestellt. Bei Überschreiten des maximalen Luftspaltes von ca. 1,0 mm wächst die Ansprechzeit der Bremse stark an.
Durch Nachstellen kann der Luftspalt wieder auf 0,2 mm eingestellt werden.
Zwei Ausführungen von Bremsmotoren stehen zur Verfügung.
Ausführung BL = niedrige Bremsmomente,
Ausführung BH = hohe Bremsmomente.